Peter Dege

Peter DegeDie DAGV ehrt Herrn Peter Dege mit der Johann Christoph Gatterer-Medaille in Bronze.

„Hans-Peter Dege führt einen Schild mit der folgenden Beschreibung: "Von Gold und Rot gespalten, zwei schräg gekreuzte gestürzte Degen und ein gespaltener Bord, alles in verwechselten Farben". Dazu kommt noch eine Helmzier: "Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken und rot-goldenem Wulst ein vorne goldener und hinten roter Flug, ein schwarzes Zahnrad einschließend". Die Degen im Schild bedürfen kaum der Erläuterung. Als KFZ-Mechaniker trat Hans-Peter Dege, 1950 in Hildesheim geboren, 1970 in die Bundeswehr ein und verdankt ihr u.a. eine vielfältige Ausbildung. So erinnert die Helmzier an Abzeichen der Bundesrepublik Deutschland. Über den Sprung des Bürokaufmanns (IHK) führte sein Berufsweg in den Justizdienst des Landes Niedersachsen am Landessozialgericht Celle, dann am Sozialgericht in Hildesheim und schließlich als zum Aufbau der Sozialgerichtsbarkeit im Land Sachsen-Anhalt. Seit 1978 ist Hans-Peter Dege verheiratet und zur Familie gehören auch zwei Kinder. Und seit dieser Zeit geht er genealogischen Forschungen nach. Aber die Gatterer-Medaille in Bronze verleihen wir heute an Hans-Peter Dege für sein herausragendes Engagement um Genealogie und Heraldik. Die Beratung zu einem Wappen der eigenen Familie leistete zunächst auf dem Deutschen Genealogentag in Hildesheim 1983 die Gruppen Familien- und Wappenkunde der Stiftung Bahnsozialwerk (GFW/BSW) und seitdem engagierte sich Hans-Peter Dege hier. Er organisiert monatliche Gesprächsabende in Hildesheim, dann Hannover und war seit 2010 stellvertretender Leiter des Arbeitskreises Heraldik in der GFW/BSW bzw. Leiter des Fachbereichs. Aber seine Interessen sind viel weiter gespannt. Er ist in der Denkmalpflege engagiert, legte eine Fotodokumentation aller Wappen in Hildesheim an, er betreut Websites für Kriegsgefangenenlager nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, er ist in Vereinen zu U-Booten, Flaggen, bei manchen genealogischen Vereinen und nicht zuletzt bei Compgen aktiv.

Die Frage nach dem eigenen Wappen führte Hans-Peter Dege 2004 in den Heraldischen Verein "Zum Kleeblatt" mit Sitz in Hannover. Hier fand er mancherlei Entwicklungspotential und Arbeit vor: zunächst Sortieren, Verzeichnen, Zugänglich-machen. Schon 2007 legte er auch ein Konzept zur Neuausrichtung des Vereins vor. Dazu gehörte die jährliche Weiterbildungsveranstaltung "HERALDIK PUR", die 2008 erstmalig als hochkarätig besetzte Tagung stattfand. Zunehmend kamen Referenten und Teilnehmer aus dem ganzen deutschsprachigen Raum und es begann eine Kooperation mit dem Verein Herold in Berlin. So sprachen bei "HERALDIK PUR" 2011 schon Prof. Eckart Henning und im Jahr darauf Dr. Lorenz Beck, später auch Dr. Ludwig Biewer. An die "HERALDIK PUR" schlossen sich mit der Zeit Heraldikertreffen an, auf denen Normierungsfragen, Bibliographisches, Digitales besprochen wurde. Zunächst rückte Hans-Peter Dege als Siegelwart in den Vorstand des Kleeblatts, dann wurde er Schriftführer und 2012 Vorsitzender. Mit Beauftragung durch die Mitgliederversammlung ging Hans-Peter Dege sogleich an die Arbeit: die beliebten Exkursionen wurden regelmäßig weitergeführt, eine internetgestützte Mitgliederdatenbank eingerichtet, Mailingliste, Interner Bereich, "Digitales Archiv" wurden eingerichtet und seitdem aufgebaut. Im Mai 2013 wurde die Präsenzbibliothek wieder geöffnet. Das 125. Stiftungsfest der "Niedersächsischen Wappenrolle" gab Anlaß die neu erreichten Organisationsgrad, Erschließung und Präsenz zu feiern und ein vorerst ultimatives Wappenbuch vorzulegen. Hier wurde dann endlich auch das neu gestiftete Dege-Wappen eingetragen. In den folgenden Jahren gelang es Hans-Peter Dege vielfach Nachlässe und Sammlungen zur Heraldik in anderen Vereinen für eine Konzentration bei dem Verein "Zum Kleeblatt" zu gewinnen. Seit 2022 wird in diesem Bereich im Kleeblatt gescannt. Seitdem steht eine digital erschlossene Gesamtbibliographie zur Heraldik und heraldischen Quellen auf dem Programm, Digitale Findbücher, Wappendatenbanken, Newsletter. Selbstverständlich sind Hans-Peter Dege aktive Teilnahme und Engagement in der DAGV, auf den Genealogentagen in Westfalen und in Deutschland. Überall, wo er sich einbringt, macht er nicht meist bestens durchdachte Vorschläge für die Weiterarbeit, sondern er gestaltet mit. Für dieses herausragende Engagement danken wir Ihnen, lieber Herr Dege und ehren Sie mit der Gatterer-Medaille in Bronze.“

Dr. Lupold v. Lehsten

Laudatio am 29. Oktober 2023 anlässlich der Verleihung der Johann-Christoph-Gatterer-Medaille 2023 in Bronze an Herrn Peter Dege, Hildesheim

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